4. German Adventuregolf Masters in Vaihingen/Enz 

Vizemeisterin wurde Silvia Heublein vom MGC Göttingen 

 

Adventuregolf 2026 Titelbild

Adventuregolf Anlage in Vaihingen/Enz 

 

 

Am Wochenende vom 12. und 13. September fanden in Vaihingen-Enz bei Stuttgart die German Adventure Masters bzw. die deutsche Meisterschaft auf Adventuregolf statt. Mit dabei sind meine Wenigkeit (Rene Kreitz) und die amtierende Weltmeisterin Silvia Heublein vom MGC Göttingen. Zusammen mit Sportfreund Andreas Grzeski vom BGSV Kerpen machten wir uns bereits am Montag auf dem Weg nach Vaihingen damit wir ab Dienstag die Anlage intensiv austrainieren können.

 

Was ist Adventuregolf?


Adventuregolf ist einfach gesagt wie ein Green vom Golf mit diversen Hindernissen in groß und klein. Vielleicht kennt es der eine oder andere aus dem Urlaub. Entsprechend fantasievoll und unterhaltsam sind die Bahnen gestaltet. Daher gibt es sehr einfache und sehr schwierige Anlagen – Vaihingen war Zweiteres. Hier hat man sich entschieden verschiedene Abteilungen des austragenden Vereins TV Vaihingen-Enz, sowie einzelne Stadtteile oder das Schloss Kaltenstein (Sehenswürdigkeit der Stadt) zu verewigen.

 

Adventuregolf 2026 Platz

 

Die erste Bahnbegehung ist ähnlich eines klassischen Ersteindrucks auf einer unbekannten Miniaturgolfanlage. Man schaut, was funktionieren könnte und probiert es aus. Die spannende Frage ist: Was ist eine gute Runde? Bei Eternit gehen wir im Training von einer 18 aus und zählen „Fehler“. Bei Beton gehen wir von einem Zweierschnitt aus und zählen tief/hoch. Bei Adventuregolf ist dies komplett unterschiedlich.

 

Während dieses Jahr in Winterberg bei den World Adventure Golf Masters noch viele Runden unter 30 fielen, ist dies in Vaihingen absolut utopisch. Nicht mal die Hälfte der Bahnen ist assbar und nur ein Bruchteil rausspielbar. Eine erste Orientierung bot das Pokalturnier aus dem Vorjahr. Der Turniersieger unter allen Teilnehmern hatte als einzige Person einen Schnitt von knapp unter 50(!) Schlägen pro Runde, woran wir uns orientieren.

 

Bahn 10 Weinberg 002 

Bahn 10 Weinberg

 

Nach den ersten Trainingsschlägen wurde schnell klar: Die 50 in einer Runde ist eine schwierige Aufgabe. Die Schläge, um vom Abschlagfeld nah an bzw. in den Zielkreis zu kommen sind teilweise gar nicht oder nur sehr schwer möglich. Bei einzelnen Bahnen ist eine 4 das zu erspielende „Ass“, was man eigentlich auf Eternit oder Beton gerne an jeder Bahn haben möchte. Bei vielen anderen Bahnen hat man mit einer Zwei vieles richtig gemacht. Das wohl Ungewöhnlichste: An vielen Bällen wird ein für den Minigolfsport lizensierter Golfball gespielt.

 

Bahn 15 Riet Insel 

Bahn 15 Riet Insel  

 

Die ersten Trainingstage gestalteten sich sehr variabel. Man probierte viel aus, testete Spuren und Bälle, kam so auf neue Ideen und vieles mehr. Nach einer groben Ideensammlung spielten wir am zweiten Trainingstag unsere ersten Trainingsrunden und merkten, dass eine 50 eine echte Aufgabe ist. Für das Turnier wurde schließlich 49 als Par festgelegt. Das bedeutet, wenn man keine Fehler macht, spielt man eine solide 49. Das war nicht einfach! Auch ein Otto passiert schneller als man denkt, da man teilweise nicht auf Sichtlinie liegt. Da hilft nur vorlegen, vergleichbar dem Freilegen hinter den Kacheln auf Bahn 2 auf Beton. Nur dass es hier an fast jeder Bahn passieren kann.

 

Bahn 13 Gundelbach das Fass   Im Turnier fielen hier 33 Ottos 002

Bahn 13 Gündelbach (das Faß) im Turnier fielen hier 33 Ottos  Emoji irritiert 3

 

 

Im Laufe der Trainingstage konnten wir bei einem sonnigen und angenehmen Wetter unsere Schlagvarianten optimieren und diese auch teilweise bei Spielern aus Baden-Württemberg abschauen. Diese hatten wenige Wochen zuvor Ihre Landesmeisterschaft hier ausgetragen. Im Training fielen die ersten Runden unter 50, aber vereinzelt auch knapp an die 60 Schlägen die Runden. Über alle Trainingstage war der Trainingsschnitt bei 53,61 womit wir recht zufrieden waren und im Turnier gerne um die 50 spielen wollten. Das Wichtigste fürs Turnier: Ein 6seitiger Puttplan! Die Spuren und „Zielkreise“ (wenn man diese so nennen kann) sind durch den Kunstrasenbelag teilweise wellig und haben kleine Hügel. Die meisten Fehler passierten bei den Putts. Gleichzeitig gelang es uns kaum ein Ass.

 

Nach einem sehr angenehmen Eröffnungsabend am Freitag, ging es am Samstag um 9 Uhr los. Samstag folgten drei Runden und am Sonntagfrüh eine Finalrunde zum Ermitteln der deutschen Meister der Kategorien. Eine fünfte Abschlussrunde erfolgte kategorienübergreifend für die internationale Masters-Wertung. Wir waren uns einig: Wenn wir um die 50 spielen, haben wir vieles richtig gemacht.

 

Unsere Einschätzung sollte richtig sein. In der ersten Runde war zwischen 42 (Bahnrekord in dem ein „Otto“ fiel) und 64 alles gefallen. Grundsätzlich konnte man sich mit einem Schnitt um die 50 je nach Kategorie sehr weit vorne passieren. Was unser Mannschaftskapitän aus der Ferne von uns forderte: Er will Asse sehen! Ich selbst habe es in der dritten Runde an Bahn 17 geschafft und konnte am Sonntagmorgen direkt mit einem Ass an Bahn 1 starten. Silvie hat an Bahn 4 nachgelegt. Alles Bahnen, wo ein Ass möglich, aber wirklich ALLES dafür passen muss.

 

Silvie Bahn 2 am Finaltag 002 

Silvie an Bahn 2 am Finaltag   

 

 

Silvie Bahn 3 am Finaltag 002 

Silvie an Bahn 3 am Finaltag

 

Mit unseren Ergebnissen konnte sich Silvie als Vizemeisterin mit einem Schnitt von 53,5 Schlägen nach 4 Runden belohnen. Ich selbst bin ich mit einem Schnitt von 51,5 Schlägen auf Platz 5 in der allgemeinen Klasse gelandet. Nach 5 Runden über alle Teilnehmer wurde ich 13. und Silvie 24. von insgesamt 36 Teilnehmern. Große Freude brachte uns, dass uns beiden mit einer 49 jeweils eine Runde unter 50 gelungen ist.

 

Adventuregolf Seniorinnen 2026Vizemeisterin Silvia Heublein mit Monika Burkert (Deutsche Meisterin) und Anja Richter (Bronze)  

 

Alles in allem hatten wir viel Spaß beim Turnier und vor Ort eine kleine Ferienwohnung, die uns am Abend Raum zum Erholen ging. Wir haben viel gelernt über Frusttoleranz und wie stark man teilweise auf Wetter reagieren muss. Einzelne Ball- und Schlagvarianten, die im Training sehr gut waren, haben bei anderen Wetterverhältnissen nicht mehr so gut funktioniert. Speziell der Kunstrasen verhält sich bei Wärme und Feuchtigkeit doch sehr anders. Dazu ist weißer Untergrund (wie an Bahn 7, der Skipiste) nochmal anders als grüner Kunstrasen. Wir sind uns sicher, dass wir das wieder machen werden und dass wir insbesondere mental einiges in den „normalen“ Minigolfalltag mitnehmen können.

 

Im kommenden Jahr findet die „GAGM“ am 11. und 12. September statt. Bei uns ist der Termin schon fest im Kalender notiert. Auch in deinem?

 

Bericht von Rene Kreitz (MGC Göttingen) 

 

 

 

Ergebnisse fur Minigolf 

https://ba.minigolfsport.de/turnier5256s/result.htm 

 

 

MGC Adventure Golf 2026jpg 

Unsere "Göttingen Pirates" beim Adventuregolf  

 

 

 

 

Erika von dem Knesebeck 

- Pressewart -