Eine verschworene Gemeinschaft

Sport-Legenden des Jahrzehnts: Minigolferinnen des MGC Göttingen haben bereits den
Europacup und drei Deutsche Meistertitel geholt

 

Von Eduard Warda

 DM 2017 Murnau   


Erfolgreiches Damenteam des Minigolf-Klubs MGC Göttingen: Bianca Zodrow,

Alexandra von dem Knesebeck, Nicole Birkelbach und Jasmin Bothmann (von links).

Foto: Picasa / MGC

 

Göttingen.

 

Sie sind eine verschworene Gemeinschaft – und noch ein bisschen mehr: Die Minigolferinnen des MGC Göttingen sind auch noch extrem erfolgreich in ihrer Sportart, haben unter anderem den Europacup geholt und sind dreimal Deutscher Mannschaftsmeister geworden.

Deshalb sind Jasmin Bothmann, Alexandra von dem Knesebeck, Nicole Birkelbach und Bianca Zodrow nominiert für die Tageblatt-Wahl der Göttinger Sport-Legenden des Jahrzehnts.

 

Die MGCerinnen spielen seit rund elf Jahren zusammen, und ein Ende ist nicht in Sicht. Der sportliche Erfolg des niedersächsischen Minigolf-Aushängeschildes aus Göttingen hängt auch mit der guten Freundschaft untereinander zusammen, die sich gebildet hat. „Wir treffen uns am Wochenende auf ein Bierchen oder fahren zusammen in Urlaub“, berichtet von dem Knesebeck, die zudem Trauzeugin von Bothmann und Patentante von Zodrows Tochter ist.

 

Natürlich schweißt auch der Erfolg zusammen, und in dieser Hinsicht war der Europacupsieg 2012 in Portugal ein ziemlich prägendes Ereignis.„Das war eigentlich die schönste sportliche Erfahrung“, sagt von dem Knesebeck, und Bothmann ergänzt: „Das ist ja so etwas wie die Champions League für Minigolfer mit den besten Mannschaften Europas.Das war das Größte.“

 

Nicht unterschlagen werden sollten aber auch die drei Deutschen Meistertitel, die das MGC-Damenteam in den Spielzeiten 2011/12, 2012/13, als es noch saisonübergreifende Meisterschaften gab, und 2017 gewannen.Die Göttinger Mingolferinnen sind Erfolg gewohnt, und entsprechend hoch sind die Ansprüche: „Wir ziehen aus, um Deutscher Meister zu werden“, sagt von dem Knesebeck. Zweite und dritte Plätze sind zwar auch schön, aber die MGCerinnen haben es stets auf Gold abgesehen.

 

So gut befreundet die vier Minigolferinnen sind, so unterschiedliche Stärken haben sie auf der Bahn und im Wettkampf. „Die eine kann gut auf Zuruf spielen und trifft dann genauso wie geplant, die nächste ist experimentierfreudig, eine Tüftlerin, und dann gibt es wieder eine, die für uns hinten raus wichtig ist“, sagt von dem Knesebeck. So verfügt Zodrow, ehemalige Weltmeisterin und jahrelang die Beste des Quartetts, über eine unglaubliche Nervenstärke und wird deshalb immer an die letzte Position gesetzt. „Wenn’s knapp wird, bleibt sie ruhig und gelassen“, berichtet von dem Knesebeck.

Bothmann, die bis zu ihrer Heirat 2020 als Jasmin Ehm Erfolge wie Welt- und Europameistertitel feierte, ist demgegenüber eine sehr zuverlässige Spielerin, die mit ihrer Konstanz an der Position eins Stärke demonstrieren und den Gegnern gleich den Zahn ziehen soll. „Wir beklatschen dann die Schläge immer und freuen uns lautstark, damit die Kontrahenten sehen: Die können was“, berichtet von dem Knesebeck.

 

Dazwischen, also auf den Positionen drei und vier, reihen sich von dem Knesebeck und Birkelbach ein. Von dem Knesebeck würde nur ungern an letzter Position spielen. „Das wäre mir alles zu viel, da wäre ich viel zu nervös“, sagt sie, die mit 52 Jahren der Routinier des Teams ist, zumal sie seit 44 Jahren Minigolf spielt. Den Schläger zur Seite zu legen kommt aber nicht infrage, auch wenn Corona auch den Minigolferinnen zugesetzt hat. „Ich wollte immer schon mal aufhören und habe mich, wenn es mal nicht so gut lief, gefragt: Warum mache ich das alles?“ Für die Antwort brauchte sie nicht lange: „Wir haben so schöne Erfahrungen zusammen gemacht, hatten Spaß und Erfolg.“ Und dann wird weitergemacht.

 

Mittlerweile sind die vier MGCerinnen in alle Himmelsrichtungen verstreut:Die Göttingerin von dem Knesebeck wohnt in Düsseldorf, Bothmann in Isernhagen, Birkelbach in der Nähe von Kassel und die dreifacheMutter Zodrow in St. Augustin. Aus den Augen verlieren sich die vier aber trotzdem nicht – es wäre auch ein Jammer: „Wir sind zusammen immer ganz entspannt. Ich weiß, wie die anderen ticken und habe viele schöne Erinnerungen an die gemeinsamen Zeiten“, sagt Bothmann.

 

„Es ist schade, dass wir uns nicht öfter in Göttingen sehen, aberwir funktionieren auch so als Team“, sagt von dem Knesebeck.

 

 

Ich weiß, wie die anderen ticken.
Jasmin Bothmann, Minigolfspielerin

 

 

 

Abstimmen können Sie im Internet unter gturl.de/sportlegenden

 

 

 

Dienstag, 17. August 2021 Regionaler Sport

Eduard Warda Göttinger Tageblatt